Fünf RAMMBOCK Hartmetallbohrer-Spitzen in 5 bis 12 mm von vorn: Welcher Bohrer für Keramik und Fliesen

Keramik bohren: Welcher Bohrer ist der richtige?

Die kurze Antwort: Für Löcher bis 12 mm in Keramik, Fliesen und Feinsteinzeug nimmst du einen Hartmetallbohrer mit Zentrierspitze und bohrst ohne Schlag, nass und nach dem Anbohren zügig. Für Löcher ab etwa 20 mm, zum Beispiel für Rohre oder Armaturen, brauchst du eine Diamant-Bohrkrone. HSS-, Holz- und normale Steinbohrer sind für Keramik ungeeignet.

Warum scheitert der normale Bohrer an Keramik?

Keramik ist hart und spröde zugleich. Die Glasur einer Wandfliese liegt bei etwa 5–6 auf der Mohs-Härteskala, Feinsteinzeug bei 7–8. Ein HSS-Bohrer aus Werkzeugstahl kommt nur auf etwa 6. Er rutscht auf der Glasur weg, wird heiß und ist nach wenigen Sekunden stumpf. Hartmetall (Wolframcarbid) liegt bei etwa 9 und schneidet Keramik deshalb sauber, solange es nicht überhitzt. Der Härtevergleich im Detail: Hartmetall vs. HSS: Welcher Bohrer für Fliesen?

Welcher Bohrer für welche Keramik?

Material Bohrer bis 12 mm Bohrer ab ca. 20 mm Kühlung
Glasierte Wandfliese, Steingut Hartmetall Diamant-Bohrkrone empfohlen
Bodenfliese, Steinzeug Hartmetall Diamant-Bohrkrone empfohlen
Feinsteinzeug Hartmetall, 10 und 12 mm vorgebohrt Diamant-Bohrkrone Pflicht
Keramische Terrassenplatten (2 cm) Hartmetall, mit Pausen Diamant-Bohrkrone Pflicht
Sanitärkeramik (Waschbecken, WC) Hartmetall Diamant-Bohrkrone Pflicht
Porzellan, Geschirr, Blumentopf Hartmetall Diamant-Bohrkrone Pflicht
Glas, Spiegel Hartmetall oder Glasbohrer, bis 8 mm Diamant-Bohrkrone Pflicht

Hartmetall, Diamant, Glasbohrer, Steinbohrer: Was ist der Unterschied?

Hartmetallbohrer (Keramikbohrer, Fliesenbohrer): Der Standard für Dübellöcher in Fliesen und Keramik. Eine Hartmetallplatte ist in einen Stahlschaft eingelötet. Wichtig ist eine Spitze mit Zentrierschliff, damit der Bohrer auf der glatten Glasur nicht wandert, und ein Schaft, der im Bohrfutter nicht durchrutscht. Passt in jeden Akkuschrauber und jede Bohrmaschine.

Diamant-Bohrkrone: Hohlbohrer mit Diamantbesatz am Rand. Er schneidet einen Ring aus dem Material, statt es komplett zu zerspanen. Richtig für große Durchmesser (Rohrdurchführungen, Hahnlöcher, Steckdosen) und für sehr viele Löcher in hartem Feinsteinzeug. Für ein 6-mm-Dübelloch ist Diamant überdimensioniert und teuer.

Glasbohrer mit Lanzettenspitze: Ebenfalls Hartmetall, aber mit pfeilförmigem Schliff. Funktioniert auf Fliesen, ist aber auf dünnes Glas optimiert und bei dicken Bodenfliesen langsam.

Steinbohrer / Betonbohrer: Auch mit Hartmetallplatte, aber flach geschliffen für das Schlagbohren in Mauerwerk. Auf der Glasur rutscht er ab und splittert die Kante. Ideal für den zweiten Schritt: Fliese mit dem Keramikbohrer durchbohren, dann mit dem Steinbohrer ins Mauerwerk dahinter.

Welcher Bohrer für sehr harte Fliesen und Feinsteinzeug?

Auch für harte Bodenfliesen und Feinsteinzeug reicht bis 12 mm ein Hartmetallbohrer, aber nur mit Wasser. Ohne Kühlung ist in Feinsteinzeug nach wenigen Löchern Schluss, mit Wasser schaffte ein Bohrer in unseren Tests über 50 Bohrungen. Zweiter Punkt: 10 und 12 mm immer mit 6 oder 8 mm vorbohren, sonst läuft die große Spitze unrund an. Wer regelmäßig viele Löcher in Feinsteinzeug bohrt, etwa beim Verlegen, ist mit einer Diamant-Bohrkrone schneller; für die paar Dübellöcher im Bad ist der Hartmetallbohrer die wirtschaftlichere Wahl.

Welche Größe brauchst du?

Die Bohrergröße richtet sich nach dem Dübel. Für die meisten Aufgaben im Bad und in der Küche reichen fünf Größen:

Bohrer Dübel Typische Anwendung
5 mm S5 Bilder, Spiegel, leichte Haken
6 mm S6 Handtuchhalter, Seifenspender, Lampen
8 mm S8 Wandregale, Hängeschränke
10 mm S10 Schwere Regale, Duschstangen, Waschbecken
12 mm S12 Schwerlastdübel, Wandanker

Worauf solltest du beim Kauf eines Keramikbohrer-Sets achten?

  • Zentrierspitze: ohne sie wandert der Bohrer auf der Glasur, auch mit Klebeband.
  • Schaft: Ein Sechskantschaft dreht im Bohrfutter nicht durch, ein Rundschaft kann bei 10 und 12 mm rutschen.
  • Größen passend zu den Dübeln: 5, 6, 8, 10 und 12 mm decken S5 bis S12 ab. Sets mit 3, 4 und 7 mm klingen nach mehr, passen aber zu keinem gängigen Dübel.
  • Saubere Lötung der Hartmetallplatte: an der Spitze sichtbar als gleichmäßige Naht ohne Lücken.
  • Anleitung mit echten Richtwerten: Drehzahl, Druck, Vorbohren. Ein Bohrer ohne Nassbohr-Hinweis ist ein Bohrer, der trocken sterben wird.
  • Garantie: Hartmetall verschleißt, das ist normal. Eine Ersatz-Garantie für den Fall, dass ein Bohrer früh nachlässt, trennt Hersteller, die ihre Standzeit kennen, von Importeuren, die sie nie gemessen haben.

So bohrst du Keramik richtig: in vier Sätzen

Klebeband auf die Bohrstelle, Kreuz markieren. Schlag aus, langsam anbohren, bis die Spitze greift. Bohrstelle nass halten und mit 1.200–1.500 U/min und gleichmäßigem Druck durchbohren. Erst wenn die Fliese durch ist, mit dem Steinbohrer ins Mauerwerk wechseln.

Die ausführliche Anleitung: Keramikfliesen bohren ohne Risse

Unsere Empfehlung

Das RAMMBOCK Keramikbohrer-Set enthält fünf Hartmetallbohrer in 5, 6, 8, 10 und 12 mm, passend zu den Dübeln S5 bis S12. Zentrierschliff gegen Wegrutschen, Sechskantschaft für festen Halt, 12 Monate Ersatz-Garantie. Mit Wasserkühlung schaffen sie auch Feinsteinzeug, Sanitärkeramik, Granit und Glas.

Häufige Fragen

Kann ich Keramik mit einem normalen Bohrer bohren?

Nein. Holz- und HSS-Metallbohrer sind nicht hart genug. Sie rutschen ab, splittern die Glasur und werden sofort stumpf.

Brauche ich für Feinsteinzeug einen Diamantbohrer?

Für Dübellöcher bis 12 mm nicht, ein Hartmetallbohrer mit Wasserkühlung reicht. Diamant lohnt sich bei großen Durchmessern oder sehr vielen Löchern.

Ist ein Steinbohrer dasselbe wie ein Keramikbohrer?

Beide haben eine Hartmetallschneide, aber unterschiedlichen Schliff. Der Steinbohrer ist für Schlagbohren in Mauerwerk gemacht, der Keramikbohrer für schlagfreies Anbohren glatter, harter Oberflächen.

Kann ich mit dem Akkuschrauber Keramik bohren?

Ja, und das ist oft sogar besser: Die Drehzahl lässt sich fein dosieren, und es gibt keinen Schlag. Gang 1 zum Anbohren, Gang 2 zum Durchbohren.

Womit bohrt man Keramikplatten für die Terrasse?

Kleine Löcher bis 12 mm mit dem Hartmetallbohrer, nass, mit Pausen und vorgebohrt. Große Löcher für Rinnen oder Pfostenträger mit der Diamant-Bohrkrone.

Zurück zum Blog
1 von 3