Fliese und Ziegel im Stapel mit Materialbeschriftung: Anwendungsgebiete für Keramikbohrer von Fliesen bis Naturstein

Anwendungsgebiete für Keramikbohrer: Fliesen, Glas & Naturstein richtig bohren

Die kurze Antwort: Ein Hartmetall-Keramikbohrer bohrt alles, was hart, spröde und glatt ist: glasierte Fliesen, Steinzeug, Feinsteinzeug, Sanitärkeramik, Porzellan, Glas, Naturstein wie Granit und Marmor und Dachziegel. Immer ohne Schlag und mit Wasser. Nicht gedacht ist er für Metall, Holz, Beton, Mauerziegel, Klinker und Putz, dafür gibt es HSS-, Holz- und Steinbohrer.

Welche Materialien kannst du mit einem Keramikbohrer bohren?

Material Geeignet Wasser Worauf es ankommt
Glasierte Wandfliese (Steingut) ja ja Klebeband gegen Wegrutschen, langsam anbohren
Bodenfliese (Steinzeug) ja ja Ohne Schlag, gleichmäßiger Druck
Feinsteinzeug ja Pflicht Wasser ab der ersten Sekunde, 10 und 12 mm vorbohren
Sanitärkeramik (Waschbecken, WC) ja, kleine Löcher Pflicht Sehr leichter Druck beim Anbohren, Hahnloch mit Diamant-Bohrkrone
Porzellan, Geschirr, Blumentöpfe ja Pflicht Werkstück flach auflegen, sehr wenig Druck
Glas, Spiegel ja, bis 8 mm Pflicht Minimaler Druck, ab 10 mm Diamant-Bohrkrone
Naturstein (Granit, Marmor, Schiefer) ja Pflicht Pausen einlegen, Bohrer zwischendurch im Wasser kühlen
Dachziegel (Ton, Beton) ja ja Ohne Schlag, Ziegel flach und fest auflegen
Beton, Mauerziegel, Klinker, Putz nein – Steinbohrer mit Schlag
Metall, Holz, Kunststoff nein – HSS- oder Holzbohrer

Für alle geeigneten Materialien gilt dieselbe Technik: Schlag aus, langsam anbohren, dann nass mit 1.200–1.500 U/min durchbohren. Die Einstellungen im Detail: Wie viel Umdrehungen beim Fliesen bohren?

Fliesen und Feinsteinzeug bohren: Was ist der Unterschied?

Eine Wandfliese aus Steingut ist weich gebrannt und hat nur eine harte Glasur. Ist die Glasur durch, geht es schnell. Feinsteinzeug ist durch und durch hart (Mohs 7–8), dicht und oft 10 mm und dicker. Hier arbeitet der Bohrer die ganze Strecke gegen hartes Material, und ohne Wasser ist er nach wenigen Löchern stumpf. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für beide: Keramikfliesen bohren ohne Risse.

Glas und Spiegel bohren: Geht das mit einem Keramikbohrer?

Ja, für kleine Löcher bis etwa 8 mm, zum Beispiel für Spiegelhalter oder Schrauben in einer Glasrückwand. Glas ist mit Mohs 5–6 nicht härter als eine Fliesenglasur, aber es bricht durch Spannung. Deshalb:

  • Glas flach und vollflächig auflegen (Handtuch oder Schaumstoff), nie frei schwebend bohren.
  • Klebeband auf die Bohrstelle, bei Spiegeln auf die Glasseite bohren, nicht auf die Beschichtung.
  • Sehr langsam anbohren, dann am unteren Ende des Drehzahlbereichs mit minimalem Druck weiter, Wasser durchgehend.
  • Vor dem Durchbruch den Druck ganz wegnehmen, hier platzt die Rückseite am häufigsten aus.
  • Für Löcher ab 10 mm und für dickes Sicherheitsglas eine Diamant-Bohrkrone nehmen. Gehärtetes Glas (ESG) lässt sich gar nicht bohren, es zerspringt.

Granit, Marmor und Naturstein bohren

Granit ist mit Mohs 6–7 ähnlich hart wie Steinzeug, Marmor mit 3–4 deutlich weicher, Schiefer spaltet leicht. Naturstein nimmt beim Bohren viel Wärme auf und gibt sie schlecht ab, deshalb sind hier Pausen wichtig: alle paar Sekunden absetzen, den Bohrer im Wasserglas kühlen, weiter. Typische Anwendungen sind Dübellöcher in Fensterbänken, Küchenarbeitsplatten und Natursteinfliesen. Bei polierten Oberflächen das Klebeband mehrlagig aufkleben, die Spitze wandert sonst. Für Löcher ab 20 mm und für massive Werkstücke ist eine Diamant-Bohrkrone das richtige Werkzeug.

Porzellan, Geschirr und Blumentöpfe bohren

Ein Abflussloch im Übertopf, ein Loch in der Etagere oder im Teller für eine Lampe: Porzellan und Steingut bohren sich wie Sanitärkeramik, nur dünner. Werkstück flach auflegen, Klebeband, sehr wenig Druck, Wasser, und die letzten Millimeter fast ohne Druck. Glasierte Blumentöpfe aus Ton sind weich und schnell durch, hier reicht Wasser aus der Sprühflasche. Unglasierter Ton und Terrakotta gehen auch mit dem Keramikbohrer, bröseln aber am Austritt, deshalb von der Sichtseite aus bohren.

Sanitärkeramik: Waschbecken und WC

Kleine Löcher für Zubehör, Kabel oder einen Seifenspender bohrst du mit dem Hartmetallbohrer. Für ein Hahnloch (meist 35 mm) brauchst du eine Diamant-Bohrkrone, der Hartmetallbohrer dient hier nur zum Vorbohren für die Zentrierung. Sanitärkeramik ist dick und sehr hart glasiert, ein Fehler kostet das ganze Becken. Die ausführliche Anleitung mit allen Risiken: Keramik-Waschbecken bohren.

Dachziegel bohren

Für Schneefanghalter, Antennenhalter oder Solarkabel muss ab und zu ein Loch in einen Dachziegel. Tonziegel und Betondachsteine bohrst du mit dem Keramikbohrer ohne Schlag: Ziegel auf eine feste, flache Unterlage legen, Bohrstelle nass halten, zügig durchbohren, Druck vor dem Durchbruch zurücknehmen. Mit Schlag reißt ein Ziegel fast immer. Glasierte Dachziegel behandelst du wie eine Wandfliese, mit Klebeband gegen das Wegrutschen.

Womit bohrt man Keramikplatten für die Terrasse?

Keramische Terrassenplatten sind 2 cm dickes Feinsteinzeug. Dübellöcher und kleine Durchführungen bis 12 mm gehen mit dem Hartmetallbohrer, allerdings langsamer als bei einer Bodenfliese: viel Wasser, Pausen, bei 10 und 12 mm vorbohren, nicht mit Druck nachhelfen. Für große Löcher, etwa für Ablaufrinnen oder Pfostenträger, nimmst du eine Diamant-Bohrkrone, der Hartmetallbohrer ist dafür zu klein.

Wofür ist ein Keramikbohrer nicht gedacht?

  • Beton, Mauerziegel, Kalksandstein, Klinker, Putz: Das Material ist nicht glatt und spröde, sondern grob und zäh. Hier ist der Steinbohrer mit Schlagbohrmaschine das richtige Werkzeug, der Keramikbohrer verschleißt schnell und bohrt unsauber. Die Arbeitsteilung an der gefliesten Wand: Keramikbohrer für die Fliese, Steinbohrer für das Mauerwerk dahinter.
  • Metall: Die Hartmetallplatte ist für Keramik geschliffen, nicht zum Spanen von Stahl oder Aluminium. Dafür HSS.
  • Holz und Kunststoff: Geht, aber unsauber und mit ausgerissenen Rändern. Holzbohrer oder HSS.
  • Gehärtetes Glas (ESG): Lässt sich mit keinem Bohrer bohren.
  • Als Hebel, Meißel oder im Schlagbetrieb: nie. Das bricht die Hartmetallplatte aus dem Schaft.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem Keramikbohrer in eine Klinker-Hauswand bohren?

Nicht sinnvoll. Klinker ist hart gebrannter Ziegel, aber grob und zäh. Nimm einen Hartmetall-Steinbohrer mit Schlag, der ist dafür geschliffen. Der Keramikbohrer bohrt zwar ein Stück, verschleißt aber schnell und wird dabei heiß.

Kann man in Keramik ohne Spezialbohrer bohren?

Mit HSS- oder Holzbohrern nicht: Sie rutschen auf der Glasur ab, splittern sie und sind sofort stumpf. Ein Steinbohrer kommt durch weiche Wandfliesen, hinterlässt aber meist eine ausgebrochene Kante. Für saubere Löcher brauchst du einen Keramikbohrer mit Zentrierspitze.

Reicht ein Set für alle diese Materialien?

Für Löcher bis 12 mm ja. Das RAMMBOCK Keramikbohrer-Set deckt mit 5, 6, 8, 10 und 12 mm die Dübelgrößen S5 bis S12 ab und bohrt Fliesen, Feinsteinzeug, Glas, Porzellan und Naturstein. Für Durchmesser ab 20 mm kommt eine Diamant-Bohrkrone dazu.

Welche Materialien stehen offiziell in der Bedienungsanleitung?

Feinsteinzeug, Keramik, Hartkeramik und Naturstein wie Granit. Ausdrücklich ausgeschlossen sind Metalle, der Einsatz als Hebelwerkzeug und das Schlagbohren. Die Anleitung und alle Richtwerte findest du auf der Support-Seite.

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